Im kleinen Ort Matany in Norduganda hat die Existenz des Krankenhauses Strukturen geschaffen, die nicht nur Arbeit für die Angestellten bedeuten, sondern durch den Einsatz Vieler für Viele zum Segen werden.

Die neuen Farben, die Gudrun Marat unter anderem bei ihrem Besuch im Dezember 2025 nach Matany mitgebracht hat, bereiten sichtlich Freude. Foto: Gudrun Marat
Verein „Licht und Leben“ seit 2021
Gudrun Marat besuchte Matany in Uganda zum ersten Mal als Gast – heute ist es ihr zweites Zuhause. Seit 2021 hilft sie mit ihrem Verein „Licht und Leben“ in Matany dort, wo Not ist – individuell, nachhaltig und mit Herz. Oft sind es kleine Dinge, ein Paar orthopädische Schuhe, ein funktionierender Rollstuhl. Manchmal braucht es größere Lösungen, für eine lebensnotwendige Operation, Zugang zu Bildung oder eine Hilfe zur Geschäftsgründung. Gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern weltweit ist ein starkes Netzwerk entstanden, das Leben verändert – durch Zusammenhalt, Mitgefühl und konkrete Hilfe.
Wurde zunächst Kindern auf der Kinderstation mit Spielzeug und Schaukeln, auch im kleinen „Lorenzgarten“, eine Freude gemacht, kamen später durch Spenden Möbel für das Spielzimmer hinzu. Immer wieder werden individuelle Hilfen ermöglicht und bei jedem ihrer Besuche bringt Gudrun Marat etwas für die Spielzimmer-Ausstattung mit, so wie im Dezember Farben und Stifte zum Malen.
Durch eine großzügige Spende konnte 2024 ein neues Ambulanz-Fahrzeug angeschafft werden, das heute als „Edi-Ambulanz“ – in Erinnerung an den 2022 verstorbenen Edi Hatzl – im gesamten Umland des Matany-Krankenhauses bekannt ist. Das Fahrzeug fährt 3- bis 4-mal am Tag los und legt so täglich gut 300 bis 400 km zurück.
Bald wurde mir klar, dass die medizintechnische Ausstattung Erneuerung und Entwicklung brauchte. Dr. Friedrich Ullrich

Dieser Container mit wichtigen medizinischen Geräten und Hilfsgütern konnte dank vieler Spenden und Unterstützung im August 2025 auf die Reise nach Matany gehen. Foto: Friedrich Ullrich
Medizinische Ausstattung
Dr. Friedrich Ullrich war 2012 zum ersten Mal mit dem Senior Expert Service (SES) in Matany: „Zu diesem Zeitpunkt war für mich nicht absehbar, was mich erwarten würde. Geplant war eine chirurgische Mitarbeit. Das war wichtig! Bald wurde mir jedoch klar, dass die medizintechnische Ausstattung Erneuerung und Entwicklung brauchte. Das war der Blick nach vorne. Ein gutes Beispiel dafür ist der Umbau des OP-Gebäudes. Technische Herausforderungen konnten wir immer wieder in Zusammenarbeit lösen.“
Im August 2025 traf ein Container mit verschiedenen medizinischen Geräten und Hilfsgütern aus Deutschland ein. Dieser Container wurde von Dr. Friedrich Ullrich aus Landsberg und Johann Öfele aus Sontheim mit großer Sorgfalt gepackt und auf den Weg gebracht. Darin befanden sich Versorgungseinheiten und die Beleuchtung für die Neugeborenen-Intensivstation, ein Erweiterungssystem für die Sauerstoffproduktion und Komponenten für die Epoxidharzbeschichtung der Böden für den Operationssaal. Viele dieser Lieferungen wurden im Oktober und November 2025 während einer Vor-Ort-Mission von Dr. Friedrich installiert, die von SES Bonn finanziert wurde. Die Mitarbeiter in Matany wurden in der Bedienung der neuen Geräte und der Installation weiterer Geräte nach Abschluss der Renovierung des Operationssaals geschult. Auch zwei moderne OP-Tische als Herzstück für die operativen Abteilungen wurden im Container mitgeschickt.
Ein Jahr der Zusammenarbeit
Bruder Günther Nährich ist seit 2009 Verwaltungsleiter im St. Kizito Krankenhaus:
„Wer durch unser Hospital geht, spürt eine familiäre Atmosphäre, die sich nicht erzwingen lässt. Sie entsteht aus Dankbarkeit, aus gegenseitigem Verständnis und aus dem Wissen, dass jede/r von uns auf die anderen angewiesen ist. Viele Mitarbeitende haben dank Ausbildungsförderung Wege beschreiten können, die ihnen aus eigener Kraft nicht möglich gewesen wären. Gerade deshalb können sie sich so gut in unsere Patientinnen und Patienten hineinversetzen.
Matany ist nicht nur ein Ort medizinischer Versorgung, sondern auch ein Ort, der das Leben atmet. Gepflegte Wege und Flure, die blühenden Sträucher – alles wirkt zusammen und schenkt Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Würde. Viele Patientinnen und Patienten geben uns zu verstehen, dass sie hier „durch alle Sinne“ Heilung erfahren. Die Ruhe der Umgebung, das Lächeln des Pflegepersonals, das Gefühl, willkommen zu sein – all das lässt sie spüren: Ich bin nicht allein.
Ein Dank von Herzen
Ich sage danke, auch im Namen des gesamten Teams, für jede Unterstützung, jedes Gebet, jeden Rat, jedes stille Mittragen und jeden Euro, der unsere Arbeit möglich macht. Viele gute Freunde, die mit uns in Matany verbunden sind, engagieren sich mit verschiedenen Aktivitäten (Märkte, Vorträge, Handarbeiten, Organisation von Mahlzeiten und Kaffee-/Tee-Nachmittagen), um Unterstützung für unser Krankenhaus zu generieren. Sie opfern ihre Zeit und setzen sich für uns, ihre Mitmenschen, ein.
Es drängt mich, zu helfen, aber oft weiß ich nicht, ob die Ressourcen ausreichen werden. Aber ich vertraue auf die Vorsehung – dass es durch die helfenden Hände so vieler Menschen weitergehen wird.“

Mütter vor der Ambulanz lesen Bohnen aus, während sie auf die Behandlung ihrer Kinder warten. Foto: Gudrun Marat
Ulrike Lindner