Gudrun Marat aus Graz ist Familientherapeutin. Nach einer Reise nach Uganda war klar, dass sie wiederkommen würde. Seit Januar 2021 arbeitet sie für ein Jahr auf der Kinderstation im St. Kizito Krankenhaus in Matany bei Br. Günther Nährich mit.

Das Jahr 2021 begann für mich mit vielen Veränderungen. Seit Jänner bin ich durch die Hilfe von Pater Josef Altenburger hier in Uganda. Ähnlich wie bei meiner Arbeit in Graz verbringe ich hier
viel Zeit mit Kindern. So möchte ich euch auf einen kleinen Spaziergang durch das Krankenhaus einladen:
Fährt man die staubige Straße von Matany entlang, taucht ein Krankenhaus auf – ein Krankenhaus der besonderen Art. Ein Krankenhaus, das seit 50 Jahren besteht. Schon am Eingang herrscht buntes Treiben.
Eine uns fremde Sprache mischt sich mit Englisch. Wir gehen einen langen Gang mit verschiedenen Abteilungen entlang. Am Ende des Ganges kommt man zur Kinderabteilung. Kinder werden hier alle drei Stunden unter anderem auch mit Milch aus der eigenen Ziegenzucht versorgt, um so möglichst bald wieder ihr Normalgewicht zu erreichen. Hier verbringe ich den Tag mit den Kindern. Ich versuche einfach da zu sein und sie zu sehen, ihnen das Warten ein bisschen bunter zu gestalten. Einige Hilfsmittel,wie etwa Spielsachen, fehlen derzeit und müssen angeschafft werden.

Die Kinder haben Spaß an ihren selbst gebauten Grashäusern. Foto: Gudrun Marat

Aus der Küche, die sich in der Nähe befindet, kommt der Geruch von frisch zubereitetem Essen, das sehr einfach ist und mit Liebe in großen Töpfen auf einfachen Öfen zubereitet wird. Von hier aus sehen wir auch den großen Hof, auf dem sich die PatientInnen und deren Familien aufhalten. Wenn die Familie genug Geld für das Essen hat, kocht sie für ihre kranken Familienmitglieder. Ist der Familie die Versorgung nicht möglich, werden die Kranken vom Krankenhaus versorgt.
Nun wird es Zeit, weiter zu gehen. Einen Gang entlang, der liebevoll mit Blumentöpfen aus der eigenen Gärtnerei geschmückt ist, vorbei an einer Kapelle, aus der manchmal Gebete oder Gesänge zu hören sind. Wir gehen weiter vorbei am schwarzen Brett, auf dem wichtige Mitteilungen verkündet werden, wo aber auch draufsteht, wann gemeinsame Feste und Gottesdienste gefeiert werden. Nun kommen wir an ein Büro, ein Büro wie viele andere auch, aber mit dem Unterschied, dass diese Bürotür immer offen steht – das Büro von Bruder Günther Nährich, dem Verwaltungsleiter des Krankenhauses.
Hier spürt man schon beim Eintreten eine gewisse liebevolle Atmosphäre. Der Comboni-Missionar lebt den „common cause with the people“ („Gemeinsam unterwegs sein mit den Menschen“). Er erklärt mir, dass bei der Bevölkerung im Ort eingekauft wird.
Menschlichkeit und Mitgefühl, aber auch wirtschaftliche Kompetenz – ich erlebe eine ganzheitliche Führungskraft. Nicht umsonst wurde das Krankenhaus mit dem zweiten Preis beim Award um das beste Krankenhaus in Uganda ausgezeichnet. Der Chirurg des Krankenhauses erhielt sogar den ersten Preis als bester Arzt Ugandas. Das unterstreicht seine erfolgreiche Arbeit.
Wir könnten diesen Spaziergang noch den ganzen Tag fortsetzten und würden immer wieder an Plätze kommen, an denen Menschlichkeit und Mitgefühl einfach gelebt werden. Beim Verlassen des Hospitalgeländes lese ich: „We dress the wound, God heals it.“ Dieses Motto wird hier gelebt. Ich hoffe, durch meinen Einsatz einen Beitrag zur besseren Entwicklung der Kinder hier in Matany zu leisten.
Das Krankenhaus in einer so entlegenen Gegend wie der um Matany ist auf Hilfe von verschiedenen Organisationen angewiesen. Jeder einzelne Beitrag ist notwendig und willkommen und wird aufgrund der Erfahrung von Bruder Günther optimal eingesetzt.

Gudrun Marat

Spenden bitte an:

Comboni-Missionare KöR
IBAN DE66 6145 0050 0110 6170 15
Kennwort:
„Licht und Leben/Matany Hospital“