Die Medienbeauftragten der europäischen Comboni-Provinzen diskutierten im Apri 2026 in Rom über die Nachhaltigkeit und Zukunft der Comboni-Publikationen.
In den meisten Provinzen der Comboni-Missionare werden eigene Zeitschriften herausgegeben. Angesichts des stetigen Rückgangs der Printabonnements stehen viele der Herausgeber vor den gleichen Problemen. In Rom trafen sich zum Austausch die Verantwortlichen für die Zeitschriften „Mundo Negro“ und „Aguiluchos“ (Spanien), „Além Mar“ und „Audácia“ (Portugal), „Misjonarze Kombonianie“ (Polen), „Southworld“ (Großbritannien und Irland), „Il Piccolo Missionario“ und „Azione Missionaria/Missionari comboniani“ (Italien) sowie von „kontinente“ (Proprium) und „Solidarisch“ (Deutschsprachige Provinz). Pater Markus Körber vertrat die Deutschsprachige Provinz.
Fortbildung zu KI
Per Videokonferenz nahm Marco Damilano teil, Journalist der Tageszeitung „Domani“ und Moderator der Sendung „Il Cavallo e la Torre“(Der Springer und der Turm) – „Politik, Macht und Menschen unserer Zeit“. Er informierte die Teilnehmer zum Thema „Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf die Zukunft der Presse“. KI stelle eine Chance dar, berge aber auch das Risiko einer neuen Form der Kolonialisierung, da sie sich überwiegend auf Inhalte stützt, die im globalen Norden generiert werden. Daher sei es wichtig, dass Nachrichten und Geschichten von Menschen erzählt werden, die im Süden der Welt leben, wie beispielsweise Missionare.
Künstliche Intelligenz birgt auch das Risiko einer neuen Form der Kolonialisierung.
Marco Damilano
Nachhaltigkeit
Anschließend sprach Pater Angelo Giorgetti zum Thema Nachhaltigkeit, die am Anfang jeder Planung stehen sollte: „… Das Herzstück eines Nachhaltigkeitsplans besteht darin, das Beste von sich selbst zu geben, das eigene Leben und die eigene Arbeit als Frucht einer tiefen Bekehrung“ (GK 2022, 35).“ Nachhaltigkeit sei nur dann gewährleistet, wenn sich jedes Mitglied des Ordens als Missionar verstehe und alles in die Gemeinschaft einbringe. Die Diskussion im Anschluss an den Beitrag von Pater Angelo thematisierte die finanziellen Schwierigkeiten, mit denen alle Zeitschriften zu kämpfen haben, unterstrich aber auch die Bedeutung der gedruckten Zeitschrift, die den Leser bindet.
Der Generalobere Pater Luigi Codianni, der kurz zuvor von der Provinzversammlung in der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt war, betonte in seinem Beitrag die Bedeutung der Arbeit, die die Zeitschriften leisten. Sie unterstützen den vom Generalkapitel 2022 geforderten Übergang zur Bildung von Makroregio- nen (Zusammenlegung von Provinzen) und zu einer neuen combonianischen Identität, indem sie Zeugnisse des missionarischen Lebens vermitteln.
Ausbau digitaler Angebote
Die Bestandsaufnahme und Bewertung der Publikationen der verschiedenen Provinzen machte deutlich, wie wichtig der regelmäßige Austausch, die Zusammenarbeit und die Verfolgung einer gemeinsamen Linie bei den Comboni-Zeitschriften und digitalen Plattformen sind. Nach dem Vorbild des Gründers Daniel Comboni bedeutet dies neben der Veröffentlichung kritischer Artikel vor allem das Engagement für die Werte des Reiches Gottes (Gerechtigkeit, Frieden, die Option für die Ärmsten…), die seit jeher der Präsenz der Comboni-Missionare in der Kirche Sinn verleihen.
Elio Boscaini
