Pater Benjamin Avoga: Nach dem Wirbelsturm Idai

Matthäus 25:35

Die obige Schriftstelle, denke ich, passt gut zu dem Engagement, unseren Brüdern und Schwestern in Not zu helfen. Wenn wir Jesus fragen, wann haben wir dich krank, nackt und hungrig gesehen, wird er uns einfach antworten, was ihr den Kleinsten getan habt, das habt ihr mir angetan…

Ich kann sagen, dass das ganze Land jeden Abend völlig still ist, wenn wir wie gebannt auf unsere Fernsehbildschirme schauen, um zu sehen, wie die Menschen sich mit der Situation zu helfen versuchen. Es ist schön zu sehen, wie alle Menschen zusammenkommen, um den Opfern zu helfen; die Kirchen und Moscheen haben sich zusammengeschlossen, um zusammenzuarbeiten.

90 Prozent der Stadt Beira sind zerstört, und jetzt müssen die Menschen von vorne anfangen. Es ist klar, dass es wohl 15 Jahre dauern wird bis die Stadt wieder auf den Stand ist, auf den sie gewesen ist.

Ich habe viele schlimme Geschichten gehört, aber eine hat mich bis ins Mark hinein getroffen: Eine Mutter von zwei Kindern erzählte, was ihr passiert war, sie sagte: Zwei Tage lang hatte sie auf einem Baum ausgeharrt und hielt dabei ihre zwei Söhne in den Armen. Irgendwann verließen sie die Kräfte, die schläfrigen Kinder fühlten sich immer schwerer an, sagte sie, bis sie es nicht mehr schaffte sie zu halten. Bis sie sich versah, wurden beide Jungen vom Wasser mitgerissen. Das war ein unbeschreiblich trauriger Moment, wo selbst ein Priester sprachlos beibt.

Andererseits kann man auch von einem Wunder sprechen, dass inmitten dieses Unglücks ein Waisenhaus mit 157 Kindern überhaupt nicht betroffen war.

Zum Schluss bitte ich darum, für uns alle in dieser schwierigen Zeit zu beten. Und es machte uns glücklich zu hören, dass Papst Franziskus uns im September besuchen will.

Pater Benjamin Avoga

2019-04-01T11:20:32+00:00