Gruppenfoto
Beim Ausflug in Ellwangen
Vielsprachige Diskussion
In vielen Sprachen wurde miteinander diskutiert, deshalb musste auch simultan übersetzt werden.
Neues CLM-Zentralkomitee
Sie sollen künftig die CLM-Arbeit koordinieren (v.l.n.r.): Gloria Torres Hernandez (CLM Mexiko), P. Günther Hofmann, P. Umberto Pescantini, Alberto de la Portilla (CLM Spanien)
Fröhliche Tanzrunde
Eine willkommene Abwechslung zum vielen Sitzen und Diskutieren: Beim Kulturabend wurde auch viel getanzt!
Hinweis: Die weltweite Gemeinschaft der Comboni-Laienmissionare stellt sich auf Ihrer eigenen Website http://www.lmcomboni.org vor.

4. Generalversammlung der Comboni-Laienmissionare/-innen (CLM), 6.-12.11.2006

Nach 8 Jahren fand in der Woche vom 6. bis 12. November 2006 in Ellwangen-Josefstal die 4. Generalversammlung der Comboni-Laienmissionare/-innen statt. Teilnehmende waren 18 Laienmissionare/-innen aus verschiedenen Provinzen in Amerika, Afrika und Europa, in denen Comboni-Missionare arbeiten, dazu 18 Comboni-Missionare und zwei Comboni-Missionsschwestern. Diese Zusammenstellung erklärt sich daraus, dass es Comboni-Missionare waren, welche die CLM in der jeweiligen Provinz gegründet haben. So kommen die einzelnen CLM-Gruppen aus verschiedenem nationalen, sozialen und kirchlichen Hintergrund – und sind deshalb in ihrer Entwicklung je etwas verschiedene Wege gegangen.

Die europäischen Provinzen sind sich ähnlich, wobei die spanischen CLM zu einer autonomeren Gruppe geworden sind als die anderen Europäer. Dafür kann man bei den Spaniern spüren, wie sehr ihnen die Pflicht zum Leben in Gemeinschaft zur Bürde geworden ist: In der Praxis scheint trotz hoher Ideale und vieler spiritueller und gemeinschaftlicher Erwartungen eine solche Lebensform nur schwer zu funktionieren. Was die deutschsprachigen Missionare/-innen-auf-Zeit (MaZ) betrifft, so fragen manche ernsthaft, ob die deutschen MaZler auf Grund ihrer relativ kurzen Ausbildungs- und Vorbereitungszeit in Gemeinschaft sowie häufig "nur" einjähriger Einsätze überhaupt CLM genannt werden dürfen. In Italien haben sich nach langen Konflikten und Diskussionen über ihre Identität sowohl die zu Hause bleibenden "Comboni-Laien (Freunde und Missionare in Italien)" und die Comboni-Laienmissionare, die zum Einsatz ins Ausland gehen, entwickelt.

Im Kongo und in Uganda gibt es verschiedene CLM-Gruppen und Bewegungen, die stark spirituell und sozial motiviert sind, jedoch alle innerhalb ihres Landes arbeiten, weil es dort genug Herausforderungen gibt, denen sie sich stellen wollen. Sie arbeiten vor allem mit jungen Menschen, vor allem Mädchen und Müttern.

In Lateinamerika sind die CLM in Brasilien, Mexiko und Peru sehr wohl etabliert. Sie bilden dort jeweils eine Art neuer kirchlichen Bewegung, die sich spirituell und sozial im missionarischen Anliegen den Comboni-Missionaren verbunden weiß und eng mit ihnen zusammen arbeitet. Aber gerade in Lateinamerika ist es nötig geworden, sich klarer zu definieren, damit Einheit und Zusammenarbeit möglich bleibt:  Manche tendieren nämlich zu einem "Dritten Orden" hin, andere sind in erster Linie auf das Missionarische ausgerichtet.

Grundsätzlich ist es für Laien finanziell und von ihrer familiären Verpflichtung her gesehen oft recht schwer, als Misssionare ins Ausland zu gehen. Fragen wie Versicherungen, ein Arbeitsplatz nach dem Einsatz, Rente, Kindererziehung und Gemeinschaftsleben in der CLM-Bewegung sind deshalb auf CLM-Gesamtebene weiterhin kontroverse Themen geblieben.

Grundsätzlich besteht also die Gefahr, zu stark vereinheitlichen zu wollen und etwas zu schnell Regeln und Statuten zu erstellen, die weltweite oder internationale Gültigkeit besitzen.

Pater Günther Hofmann, der Beauftragte der Deutschsprachigen Provinz für die MaZ/CLM stellt resümierend fest: "Die CLM haben weltweit eben viele verschiedene Gründer und Initiatoren, so dass auch die Identitäten sehr verschieden sind. Deshalb haben wir uns noch in vielem zu einigen, respektieren und einander zu ertragen. Einheit in Verschiedenheit ist wohl von uns allen verlangt."

Die große Herausforderung besteht also darin, diese verschiedenen Gruppen mehr und mehr zusammenzuführen, was Vorbereitung, Einsätze, ihr Verhältnis zu den Comboni-Missionaren, Lebensform und Eigenständigkeit betrifft. Einig ist man sich während früherer Arbeitstreffen darüber geworden, dass die CLM von Daniel Comboni geprägt sein sollen, dass ihr Charakter als "Laien" (im Gegensatz zum Klerus bzw. zur Hierarchie) gelebt werden soll und dass sie missionarische Menschen sind und bleiben – möglichst gemeinschaftlich verbunden. Auch Fragen einer eher einheitlichen Vorbereitung auf den Einsatz, der Finanzen und Fragen rund um die Identität waren in der Vergangenheit bereits angeschnitten worden.

In Josefstal wurden weiterführend bzw. vertiefend vor allem die Themen von Identität, Zugehörigkeit, Ausbildung und finanzielle Autonomie der CLM behandelt. Konkretisierend wurden auch Ausbildungs- und Vorbereitungsschritte der CLM festgehalten, sowie die verstärkte Zusammenarbeit vor allem mit den Comboni-Missionaren, den Comboni-Missionsschwestern, der Comboni-Säkularbewegung und anderen CLM-Gruppen gefordert.

Um jedoch besser zu einander finden zu können, ist gegenseitige Kenntnis wichtig, die wiederum ein Netzwerk an Kontakten und Informationsstrukturen mit anderen CLM-Gruppen (besonders auf Kontinentalebene), aber auch der restlichen "Comboni-Familie" nötig macht.

Es wurde zudem verdeutlicht, dass eine gewisse nationale Verschiedenheit der CLM zu tolerieren ist und missionarisches Engagement sowohl in der Heimat – wie in Uganda, Kongo, Peru und Brasilien – oder eben im Ausland stattfinden kann.

Schließlich wurde am Ende einer bereichernden "Multi-Kulti-Woche" ein neues Zentralkomitee bestellt: Es besteht aus dem Generalsekretär für Missionarische Bewusstseinsbildung in Rom, P. Umberto Pescantini, Herrn Alberto de la Portilla (CLM Spanien), Frau Gloria Morales Hernandez (CLM Mexiko) und – last but not least at all – P. Günther Hofmann (MaZ/CLM-Beauftragter der Deutschsprachigen Provinz).