Br. Erisch Stöferle
Bruder Erich Stöferle in seinem Verwaltungsbüro.

August 2009

Sorge um die jungen Menschen

Bruder Erich Stöferle aus Ringingen bei Erbach (Ulm) arbeitet seit Dezember 2001 in Südafrika. Seit anderthalb Jahren ist er Provinzverwalter, mit Sitz in Johannesburg. Durch seine Arbeit ist er mit vielen Problemen konfrontiert. Er schreibt uns:

Die Arbeitslosigkeit ist sicherlich der Hauptgrund für viele Übel in diesem Land. Afrika hat viel junge Menschen ohne Arbeit, oft weil sie keine Ausbildung haben. Auch die hohe Kriminalität geht auf das Konto der fehlenden Arbeit. Die Gefängnisse sind übervoll, obwohl weniger als zehn Prozent der Straftaten aufgeklärt werden. Dazu tragen diese Einrichtungen herzlich wenig bei zur Lösung des Problems. Wie wenig verlassen das Gefängnis geläutert und beginnen ein neues Leben?

Wen wundert’s, dass so viele auf die schiefe Bahn geraten, wenn junge Leute tagein, tagaus nicht wissen, wie sie die Zeit totschlagen sollen? Liegt es nicht nahe, dass manche in schlechte Gesellschaft geraten und der Versuchung, sich einfach zu bedienen, nicht länger widerstehen können? Es liegt auf der Hand, diese jungen Menschen zu den Ärmsten der Armen zu zählen.

„Mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen.“ Mit diesem Leitspruch will Misereor auf dieses Problem hinweisen. Deshalb hat Misereor die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der deutschen Fastenaktion in der Regina-Mundi-Kirche in Soweto gefeiert. Draußen in Phiri, Soweto, ist die Not besonders groß. An Sonntagen gehe ich sehr gerne dorthin, weil es immer eine lebendige Feier ist. Dass sie länger dauert als in deutschen Landen, ist klar. Schließlich kann ich mich auch nicht von der Sonne wärmen lassen, wenn ich keine Zeit habe, um mich ihren Strahlen auszusetzen.

Am vorletzten Sonntag war ich wieder dort bei der Messe, zusammen mit zwei italienischen Priestern, die für ein paar Tage zu Besuch da waren. Nach dem Gottesdienst sagte mir ein Mann im Gespräch, das größte Problem sei die Arbeitslosigkeit. Viele Leute haben kein geregeltes Einkommen und man kann nur staunen, wie sie dennoch über die Runden kommen und ihre Familien ernähren. Mit Hilfe Eurer Spende möchten wir nun jungen Leuten helfen und ihnen eine Ausbildung ermöglichen. So denken wir, dem Misereor-Leitspruch in etwa gerecht werden zu können.