(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Maria Schneider P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Nina Kerker
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) Katechist aus Afrika
Frau aus Kibremengist/Äthiopien junge  Frau aus Peru
Albert Klingler Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 26.01.2014:

Schreiben vom Apostolischen Administrator, Mons. Roko Taban, in Malakal

Ich schreibe diesen persönlichen Appell im Namen der Menschen unserer Diözese von Malakal. Ich selber habe diese Ereignisse gesehen.

Der zweite Angriff auf die Stadt Malakal war noch verheerender als der erste am 24. Dezember 2013: Nachdem die Rebellen den Markt geplündert und ihn in Brand gesetzt hatten, gab es für sie nichts anderes mehr zu tun, als Häuser zu durchsuchen und diese zu plündern. Ja, sie plündern und töten. Sie töteten unterschiedslos Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Schwangere Frauen und Kranke, die nicht schnell genug laufen konnten, ereilte dasselbe Schicksal. Dasselbe galt auch für alte Menschen. Sie brachten auch die Verletzten im Krankenhaus um. Die Rebellen waren gnadenlos und unbarmherzig gegenüber der Bevölkerung. Sie hatten kein Gespür mehr für die Furcht vor Gott.

Schließlich wollten sie das Töten auch in die Kirchen tragen, wo viele Flüchtlinge sich aufhalten. Tatsächlich haben wir in der katholischen Kirche in Mudria 7.000 Menschen untergebracht, in Malakia 3.000 Personen, im Haus von Bischof Vincent sind es 200 Flüchtlinge. Rund 4.000 Menschen haben eine vorläufige Bleibe im Krankenhaus und weitere 3.000 im SOS-Kinderdorf.

Diejenigen, die flüchten konnten, haben sich bis zum Gelände der UNMISS (UN-Mission im Südsudan) durchgeschlagen. Hier befinden sich 40.000 Menschen. Viele entkamen zu den Dörfern auf der anderen Seite des Nil. Dörfer wie Wau Collo, Pamathi, Makal sind dadurch zu kleinen Städten geworden. Die ganze Stadt Malakal ist voll mit Flüchtlingen.

Die Menschen benötigen dringend Lebensmittel und andere tägliche Gebrauchsgegenstände. Die Mitglieder der Weißen Armee (vor allem Jugendliche des Volkes der Nuer, die auf Raubzügen ihren Nachbarn schwer zugesetzt haben) ließen alles mitgehen, das was sie an Essbarem fanden. Wenn Lebensmittel nicht rechtzeitig erhalten werden, wird der Hunger anfangen, die Menschen zu töten.

Sogar als die SPLA (Sudanesische Volksbefreiungsarmee) die Stadt zurückerobert hatte, blieben die Menschen weiterhin auf dem Kirchengrundstück. Dafür mussten wir die Altäre wie zur Eucharistiefeier herrichten, um die Weiße Armee daran zu hindern, Menschen zu verfolgen und wegzuzerren, um sie dann umzubringen.

Sie bedrohten Bischof Vincent und Schwester Mary Acwany. Bevor sie mich wegschickten, musste ich zuschauen, wie in meinem Haus alles geplündert wurde.

Wir nehmen jede Hilfe an, denn wir müssen die Menschen vor dem Hunger retten, der tödlicher ist als die Gewalt. Deshalb bitte ich um Hilfe für meine Diözese Malakal – Bentiu – Bor.

Danke!

Mons. Roko Taban