(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Hermann Bentele P. Herbert Gimpl
Logo der Comboni-Missionare der DSP Stefanie Dandolo
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Mädchen aus Piura/Peru
Rudi Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 24.12.2013:

Bischöfe verschiedener Konfessionen rufen zum einseitigen Weihnachtswaffenstillstand auf

Der Ausbruch von Gewalt in unserer Hauptstadt Juba am vergangenen Sonntag, 15. Dezember 2013, erfüllt uns, die Kirchen des Bundesstaates Western Equatoria, mit großem Unbehagen und Schmerz. Die Ereignisse vom 15. Dezember in Juba und die folgende Welle der Gewalt, die über unser Land kam, hat unser junges Land mit einem riesigen Ausmaß an Gewalt und dem Verlust wertvollen menschlichen Lebens konfrontiert. Der rote Tonboden unserer neuerdings unabhängigen Erde wurde an einem blutigen Dezembersonntag verdunkelt vom Blut der Gewalt. Sie hat einen Kreislauf von Tod, Rache und Verdächtigungen ausgelöst, der den fruchtbaren Boden, wertvolle Seelen und die Lebensfähigkeit unserer Nation bedroht. Unser Land schaut nun in einen erschreckenden Abgrund von Unsicherheit und Instabilität.

Wir, die Kirchen von Western Equatoria, verurteilen die gegenwärtigen Vorfälle von Gewalt und Krieg. Wir verlangen einen sofortigen Weihnachtswaffenstillstand in allen von Unruhen betroffenen Regionen der Republik Südsudan auf.

Wir Kirchen fordern die beteiligten Gruppen auf, ihre politischen Konflikte mit Verhandlungen und gewaltfreien Mitteln zu lösen. Wir Kirchen stehen bereit, um mit unserer Unterstützung Frieden und Versöhnung zu schaffen. Wir rufen die Anführer der betroffenen Parteien auf, von der Befähigung der ökumenischen Kirchen im Blick auf Frieden und Aussöhnung Gebrauch zu machen, um die Spaltungen und Wunden der Nation zu heilen.

Wir sehen die Notwendigkeit für diesen dringlich ersehnten Weihnachtswaffenstillstand für alle gegnerischen Parteien aus den folgenden gerechtfertigten Gründen:

  1. Frieden ist ein Geschenk, das das Land braucht, um aufzubauen, zu blühen und zu gedeihen, besonders, nachdem Generationen gelitten haben und gestorben sind, um Unabhängigkeit und Freiheit zu erlangen.
  2. Der gegenwärtige Zustand von Gewalt und Vergeltung droht, die zehn Bundesstaaten der Republik Südsudan auseinander fallen zu lassen und unser neues Land zu zersplittern. Die Gewalt ist schon auf andere Staaten übergesprungen und hat das Potenzial, sich weiter auszubreiten und dabei nicht nur den Südsudan, sondern die gesamte Region zu destabilisieren.
  3. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge kann es keine Sieger geben. Nur Dialog, Kompromisse und Liebe zum Frieden durch Aussöhnung können unsere neue Nation vorwärts bringen, weg vom Abgrund.
  4. Unsere Nation muss unsere Wunden verbinden und unsere Tatkraft und Mittel auf die bevorstehenden Aufgaben konzentrieren. Ein Weihnachtswaffenstillstand bietet unserem Land und den Menschen die Gelegenheit, neu zu beginnen und auf neuen, gerechten Fundamenten aufzubauen: das Gemeinwesen zum Allgemeinwohl, ein neuerungsbereites Herangehen an die Staatsführung und eine Entwicklung, die auf Gerechtigkeit und Anständigkeit beruht.
  5. Ein Waffenstillstand ermöglicht es allen Betroffenen, sämtliche kriegerischen Angriffe für die gesamte Dauer der Weihnachtszeit auszusetzen, und ein Waffenstillstand kann den Weg zum Dialog und dauerhaften Frieden ebnen.
  6. Dieser Aufruf zum Weihnachtswaffenstillstand erlaubt allen in den Konfliktgebieten, ob Kämpfer oder Zivilisten, sicher zu ihren Familien zu gelangen, um ohne jede Beeinträchtigung Weihnachten zu feiern.
  7. Ein Weihnachtswaffenstillstand gewinnt zusätzliche Dringlichkeit durch den Aufruf zu heilen und wieder aufzubauen, der in dieser Festzeit mitklingt, wo wir die Geburt Christi, unseres Retters, feiern, der kam, um Frieden und Gnade zu bringen, und Sein Versprechen eines neuen Lebens für alle.
  8. Ein Weihnachtswaffenstillstand beendet den Krieg der Worte und aufrührerischer Stellungnahmen und benutzt gewaltfreie Sprache. Keine schmähende Sprache in dieser Zeit.

Im Lauf weniger Tages hat die Gewalt in dieser weihnachtlichen Festzeit schon mehr Leben, Vermögen und Sicherheiten gekostet als in jeder anderen Weihnachtszeit in der jüngeren Vergangenheit, und sie hat unsere junge Nation zutiefst traumatisiert und durch Narben entstellt. Unser Volk und unser Land erholen sich gerade erst von den Verwüstungen des Krieges, und sie haben nur kurz die Freude von Unabhängigkeit und Frieden erfahren. Die gegenwärtige Krise droht unser Land und seine Kinder wieder in die Leibeigenschaft des Krieges zu führen.

In dieser weihnachtlichen Festzeit werden unser Volk und seine Führer mit außergewöhnlichen Herausforderungen konfrontiert! Ein Blick in den Abgrund zeigt Besorgnis erregende Ansichten von beispiellosen, unfassbaren Gelegenheiten der Zerstörung. Ganz gewiss haben die Ereignisse der letzten Zeit unsere Nation, tatsächlich unser aller Herzen und Seelen, bis zum Rand angespannt.

In dieser Zeit von Glaube, Hoffnung und Solidarität, in der wir die Geburt des Christkinds feiern, wollen wir daran denken, dass wir eine junge Nation sind, und dass wir Frieden, Hoffnung und die Liebe zu Gott festhalten. So vereinen wir uns zu einem Volk in dem langfristigen Bestreben, diese Nation zu erneuern, auszusöhnen und wiederaufzubauen. Das verdient unser Volk so sehr.

Mögen der Friede und das Wohlwollen, die in unseren Herzen wohnen sollen, Bausteine werden für einen heilenden und dauerhaften Frieden in unserer neu geschaffenen Republik Südsudan.

  1. Barani Eduardo Hiiboro Kussala, Bischof der Katholischen Diözese Tombura-Yambio
  2. Bischof Samuel Peni, Bischof der Diözese Nzara, Episkopalkirche Sudan
  3. Bischof Wilson Noah, Evangelisch-Lutherische Kirche in Sudan und Südsudan
  4. Rev. Pastor Nathan, Kirche der Siebentage-Adventisten