(Platzhalter) junge afrikanische Frau
Hermann Bentele P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Nina Kerker
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien Katechist aus Afrika
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Mädchen aus Piura/Peru
Daniel Mädchen aus Tabankulu (Südafrika)
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 16.12.2013:

Gefechte im Südsudan – Wahrnehmungen

Aus dem krisengeschüttelten Südsudan werden Gefechte gemeldet – besonders betroffen ist die Hauptstadt Juba.

In Juba waren in der Nacht zum 16.12.2013 heftiges Geschützfeuer und Explosionen zu hören. Offensichtlich sind die Kämpfe am Sonntag kurz vor Mitternacht zwischen zwei rivalisierenden Fraktionen der südsudanesichen Armee ausgebrochen. Die Kämpfe fanden in zwei Kasernen nahe am Stadtzentrum statt.

Vermutlich brach das aus, was schon Monate geschwelt hatte: Präsident Salva Kiir hatte am 23.07.2013 unerwartet sein gesamtes Kabinett entlassen und den Generalsekretär der Regierungspartei suspendiert. Damit sind rund 30 Minister bis auf weiteres arbeitslos – darunter auch der wichtigste Konkurrent des Präsidenten, dessen Stellvertreter Riek Machar.

Im Grund geht es um einen lange schwelenden Machtkampf innerhalb der Regierungspartei SPLM. Die eben angedeutete regierungskritische SPLM-Gruppe wird vom mächtigen Politiker Riek Machar angeführt. Er hatte auf beiden Seiten des Bürgerkriegs gekämpft und hat seine Kandidatur gegen Kiir bei der Präsidentschaftswahl 2015 angekündigt.

Im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftswahlen 2015 haben sich unterschiedliche Lager gebildet. Der Präsident hatte dem nicht nur zugeschaut: Er wollte auf diesem Wege einige maßgebliche Personen loswerden.

Salva Kiir wurde im Juli 2011 Präsident – auch ein Militär in früheren Zeiten. Allerdings hat er inzwischen an Ansehen eingebüßt. Ihm werden Versagen im Kampf gegen die weit verbreitete staatliche Korruption in dem bettelarmen Land vorgeworfen. Der entlassene Vize-Präsident Riek Machar gehört dem Volk der Nuer an, Präsident Kiir dem Volk der Dinka.

Allerdings darf der ganze Aufruhr nicht allein auf die Konkurrenz zweier Machtmenschen reduziert werden. Was sich derzeit im Osten des südsudanesischen Bundesstaates Jonglei abspielt, ist ein brutaler Konflikt um Vieh, Einfluss und Rache. Bewaffnete Jugendliche der Volksgruppe Lou Nuer aus dem Norden des Bundestaates greifen Dörfer der Volksgruppe Murle im Süden an. Bislang kamen laut südsudanesischen Behörden dabei mindestens 70 Menschen ums Leben.

Lange Jahre schon gibt es Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen in Jonglei, dem größten der zehn südsudanesischen Bundesstaaten, etwa von der Fläche der Schweiz und Österreichs zusammen. Die rund anderthalb Millionen Angehörigen der Lou Nuer leben als Viehhalter im Norden. Der Gruppe der Murle im Süden gehören etwa 500.000 Menschen an. Als Nomaden ist ihre Lebensgrundlage ebenfalls die Viehhaltung. Im langjährigen Konflikt mit dem Nordsudan hatten sich die beiden Stämme häufig gegen Angriffe von Milizen aus dem Norden verbündet – und haben sich deshalb im Laufe der Jahre mit Waffen versorgt. Jetzt aber richten die beiden Volksgruppen ihre Waffen jetzt aufeinander.