(Platzhalter) Sr. Jude Veronica Njeri
Hermann Bentele P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Stefanie Dandolo
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien afrikanischer Mann
Xhosa-Frau aus Südafrika junge  Frau aus Peru
Rudi Kind aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 05.01.2014:

Pater Markus Körber schreibt aus Talí im Südsudan:

Hier im Südsudan geht’s ziemlich heiß her. Es gelingt derzeit nicht, die Waffen zum Schweigen zu bringen. Glücklicherweise sind wir in Talí bisher nicht direkt betroffen gewesen. Viele Menschen haben aber Angst, Rebellensoldaten könnten auch hierher kommen. Es kursieren viele Gerüchte, da es in Tali kein Telefonnetzwerk gibt und es somit schwierig ist, verlässliche Nachrichten über die Lage im Land zu erhalten.

Am Weihnachtsfest hatten wir die Heilige Messe um 10.00 Uhr. Während der Lesung kam die Nachricht, Rebellensoldaten aus dem etwa 100 km entfernten Mundri würden sich Richtung Talí bewegen. Viele Menschen verließen panikartig die Kirche und rannten in den Busch, wo sie mehrere Tage und Nächte verbrachten. Hinterher stellte sich heraus, dass die Botschaft falsch war, obwohl sie direkt von der Polizei kam.

Auch das Neujahrsfest verbrachten die Menschen in Angst. In der Nähe von Mundri stießen nämlich Rebellen- und Regierungssoldaten zusammen. Vier Zivilpersonen wurden getötet. Ein Großteil der Menschen verschwand im Busch und niemand wusste wohin. Hier in Talí fürchtete man, sie würden hierher kommen. Heute morgen (Sonntag, 5. Januar) hingegen hörten einige Bewohner in der Umgebung von Talí Schüsse aus weiter Entfernung. Es scheint, die Gruppe der Rebellensoldaten war in ein Gefecht mit Soldaten der Regierungstruppen in Rokon, 120 km von Talí in südöstlicher Richtung, verwickelt. Es kamen mehrere Menschen ums Leben, so berichtete mir der Pfarrer dort. Einige kämpften sich durch und bewegen sich Richtung Nil (Nordost), um sich den anderen Rebellensoldaten anzuschließen.

Diese Situation hat dazu geführt, dass durch die Armee an einige Familien in Talí Gewehre verteilt wurden. Es herrscht also Angst und Unsicherheit, besonders bei Nacht trotz Ausgangsverbot.

Für die nächsten Tage hoffen und beten wir, dass Frieden im Land einkehrt. Wenn nicht, wird sich eine humanitäre Katastrophe ausbreiten, bedingt durch Flucht, Hunger und Krankheit. Ein Bürgerkrieg muss mit allen Mitteln verhindert werden.