(Platzhalter) junge afrikanische Frau
Maria Schneider P. Jakob Wellenzohn
Logo der Comboni-Missionare der DSP Christine Hügler
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien Katechist aus Afrika
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Mädchen aus Piura/Peru
Albert Klingler Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 21.12.2013:

Wieder fliehen Menschen im Südsudan

Seit fast einer Woche tobt vor allem in der Hauptstadt Juba ein blutiger Konflikt: Mehr als 500 Menschen sollen bisher ums Leben gekommen sein; alleine 35.000 Menschen haben nach UN-Angaben Zuflucht in UN-Einrichtungen gesucht Der Comboni-Missionar, Bruder Antonio Manuel Nunes Ferreira, ist seit vier Jahren in der Hauptstadt Juba. Er berichtet von der täglich wachsenden die Angst, in der seit Juli 2011 unabhängigen Republik könnte ein Bürgerkrieg ausbrechen.

„Die Bevölkerung hier hat schon einen Krieg miterlebt. Die Erinnerung daran ist noch sehr frisch: Hauptsache, fliehen vor den Schüssen, irgendwie überleben. Die meisten Leute erleben das sehr eindringlich, das lässt sich kaum beschreiben. Sie wollen nicht inmitten dieses Konflikts gefangen sein. Sehr viele haben deshalb schon die Stadt verlassen, sobald es einen Moment der Ruhe gab.“

Jeden Tag packen weitere Leute ihre Sachen um die Stadt zu verlassen, berichtet der Missionar. Nicht nur die Einheimischen verlassen das Land: Die Bundeswehr flog etwa einhundert Deutsche und Ausländer aus; unter ihnen auch den deutschen Botschafter.

Die gewaltsamen Ausschreitungen zwischen den Anhängern des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und den Anhängern seines ehemaligen Stellvertreters Riek Machar könnten sich zudem zu einer ethnischen Auseinandersetzung ausweiten: Kiir gehört zum Volk der Dinka, Machar hingegen zur Ethnie der Nuer. Vertreter christlicher Kirchen im Südsudan verurteilten in einem gemeinsamen Brief, dass die Völker für politische Ziele instrumentalisiert würden.

„Es wird sehr viel dafür getan, dass es nicht zu einem Konflikt zwischen den verschiedenen Volksgruppen kommt. Das kommt ganz deutlich in der Botschaft der Bischöfe zum Ausdruck. Denn wenn es soweit kommen sollte, dann wäre das ein totales Chaos. Schon in früheren Zeiten haben die unterschiedlichen Gruppen den Südsudan gespalten.“

Die Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas Amecea ist besorgt über die Auseinandersetzungen im Südsudan, die den Frieden und die Integrität des jungen Staates gefährden. Dies geht aus einem an diesem Freitag von der Amecea veröffentlichten Schreiben hervor. Die Bischöfe rufen darin alle Beteiligten, sowie die Vertreter der Kirchen des Landes und die Bürger dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um eine Eskalation zu verhindern und den Konflikt friedlich zu lösen.

Der Vatikan und der 2011 unabhängig gewordene Südsudan hatten am vergangenen 22. Februar, noch unter Benedikt XVI., volle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Von den knapp 13 Millionen Einwohnern des nordostafrikanischen Landes sind rund 5,5 Millionen Katholiken.

RV, 21.12.13