(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Maria Schneider P. Jakob Wellenzohn
Logo der Comboni-Missionare der DSP Stefanie Dandolo
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) Katechist aus Afrika
Xhosa-Frau aus Südafrika Indio-Junge
Albert Klingler Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 10.07.2011:

Ein neuer Staat entsteht im Herzen Afrikas

Am Samstag, den 9. Juli 2011 findet die lang ersehnte Trennung der Republik Südsudan vom Norden des Sudan statt. So wird der 194. Staat der Welt entstehen mit einer Größe fast doppelt so groß wie Deutschland und mit einer Einwohnerzahl von 8,26 Millionen Einwohnern.

jubelnde Menschen im Südsudan
Die Freude und der Jubel über die Unabhängigkeit sind überaus groß.
Die konfliktreiche Geschichte reicht zurück in die Zeit des Sklavenhandels und des Madhi-Aufstands Ende des vorletzten Jahrhunderts. Seit der Unabhängigkeit 1955 wird die Zahl der Todesopfer durch die 2 Bürgerkriege (1955-1972 und 1983-2005) im Südsudan auf mehr als zwei Millionen geschätzt, die meisten davon südsudanesische Zivilisten. Fünf Millionen Vertriebene haben alles verloren und mussten von humanitärer Hilfe leben.

„Viele Südsudanesen habe so lange auf diesen historischen Moment gewartet. Alle müssen gemeinsam Arbeiten und gemeinsam eine friedliche Zukunft aufbauen. Der einzige Weg des Friedens ist und bleibt der Dialog“, so schreibe die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Kyung-Wha Kang.

Dem Referendum voraus gingen viele gebrochene Vereinbarungen und Verträge. Die Jahre von Januar 2005 bis zum 9. Januar 2011 war zwar eine Zeit ohne den offenen Konflikt eines Krieges, aber ohne Initiative eines konstruktiven Friedens. Von Seiten der Regierung gab es keine Bemühungen, die Einheit des Landes zu bewahren. Vielmehr gab es vor dem Referendum Drohungen und Verunsicherungen. Das Referendum selbst verlief ohne Störungen und eine umwerfende Mehrheit von 98,83% des Südens hat sich für die Sezession (Trennung) entschieden. Die Freude über und die Hoffnung auf eine gute Zukunft sind groß, wenngleich dem Südsudan ein schwieriger Weg in die Freiheit bevorsteht.

Wie im gesamten Friedensprozess werden die Verantwortlichen der Ortskirche auch jetzt als gesellschaftliches Gewissen eine wichtige Rolle spielen. Sie wissen, dass ihr Platz da ist, wo sie im Krieg und in den schwierigen Jahren danach immer gestanden haben: an der Seite der Menschen und vor allem an der Seite der Benachteiligten.

Vor allem die Katechisten haben in dieser Zeit Herausragendes geleistet. Jetzt geht es darum, diese Menschen, die aus ihrem Glauben heraus so viel für andere getan haben, weiter in ihrem Dienst zu fördern. Denn die Gesellschaft wird sich verändern. Im Südsudan hat er inmitten von Trümmern eine unglaublich lebendige, hoffnungsfrohe Kirche erlebt. Diese Kirche braucht Raum, damit Gemeinden wieder eine Heimat haben und Zukunft gestalten können.

Wir Comboni Missionare sind froh, dass es bis zu diesem Schritt gekommen ist, obwohl wir wissen, dass große Herausforderungen anstehen. Wir freuen uns mit den Menschen der neuen Republik und feiern den Neuanfang. Vor allem wünschen wir dem neuen Staat die Kraft und die Fähigkeit, die ethnischen Unterschiede und unterschiedlichsten Ansprüche aufgrund des Einsatzes in den Befreiungskämpfen auszugleichen und im unermüdlichen Dialog den Weg zu finden, der in eine menschenwürdige Zukunft weist.