(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Hermann Bentele P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Maggi
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien junge  Frau aus Peru
Rudi Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 21.11.2012:

Südsudan einmal anders

Aus einem Brief von Comboni-Missionar Pater Raimundo Nonato Rocha dos Santos (41).

Der Mitbruder aus Balsas/Brasilien schreibt anlässlich seines Geburtstags im November 2012 aus Leer/Südsudan:

Meinen Geburtstag feierte ich ganz einfach, nämlich mit einer der entferntesten Gemeinden in der Gegend von Leer im Südsudan. Normalerweise brauche ich mit dem Auto eineinhalb Stunden oder gar nur eine Stunde dorthin, wenn ich den kürzesten Weg nehme. Diesmal waren es mehr als drei Stunden, denn nach dem großen Regen konnten die Straßen nicht mehr als solche bezeichnet werden. Sie haben auch mich schließlich völlig erschöpft.

Aber es hat sich gelohnt. Die Leute empfingen uns mit großer Freude als wäre es der Papst, der da am Kommen war. Viele Leute am Straßenrad singend und marschierend, ein Fest! Dann nahmen sie uns an Händen und Füßen, eine traditionelle Form die Gäste zu begrüßen und willkommen zu heißen. Dies hatte nichts zu tun mit meinem Geburtstag, den feiern sie sowieso nicht. Es ist die traditionelle Form der Nuer, die Gäste zu empfangen. Am folgenden Tag gab es die große Feier mit vielen Leuten, gut organisiert und vorbereitet.

Aber zuerst stand ein Frühstück nach südsudanesischer Art auf dem Plan: gekochter Kopf und Zunge eines Ziegenbocks. „Das ist für den Pater“, es war das Beste. Das war also das Frühstück an meinem Geburtstag. Naja, man erlebt so manches in der Mission. Aber es war gut so. Schließlich kamen wir nach der langen Rückreise todmüde zuhause an. Und wieder wurde ich gestärkt durch die Geburtstags-Umarmung meiner Kollegen (unter ihnen Br. Hans Dieter Ritterbecks), und durch die Botschaften, die ich bekam, ein kleiner Kuchen und Cocacola, sowie ein bisschen Wein. Der Rest war das Bett zum Ausruhen. Aber ich beklage mich nicht, auch so war es gut und wichtig das Leben zu zelebrieren.

Dann möchte ich noch einige Nachrichten von hier senden. Im September unterzeichneten der Sudan und der Südsudan einige wichtige Abkommen. Sie haben bereits mit der Ausführung des Abkommens begonnen. Man hat angekündigt, dass noch in dieser Woche mit der Ölproduktion begonnen würde. Aber wie es aussieht, wurde das verschoben. Wir hängen sehr von diesem gepriesenen Öl ab, denn das Land hat kein Geld und hat viele Herausforderungen vor sich. Wenigstens haben wir nicht mehr Krieg. Die Situation ist allerdings auch in anderer Hinsicht besorgniserregend. Die Menschen leiden bereits unter den Folgen der Lebensmittelknappheit. Der Anbau von Gemüse und von Feldfrüchten war durch die starken Regen und Überschwemmungen zerstört wurden. Viele Familien werden Hunger leiden. Viele Gemeinden sind wegen der übergelaufenen Flüsse und der zerstörten Brücken isoliert. Es ist uns nicht gelungen zu ihnen zu kommen. Wenn sie herkommen, dann brauchen sie gewöhnlich Medikamente und sind drei Tage unterwegs. Aber wir vertrauen, dass sich diese Situation wieder bessert.

Gesundheitlich geht es mir gut. Freilich, die viele Arbeit bewirkt, dass ich sehr müde bin. Das Leben hier ist nicht einfach. Und der Urlaub steht noch nicht an. So bin ich müde aber nicht niedergeschlagen. Zum Glück bin ich gesund. Ich hatte keine Malaria mehr, nur die Nieren melden sich gelegentlich und immer wieder ein Durchfall. Wenn ich die Leute in ihren Häusern besuche und die Kranken treffe oder jene, die im Krankenhaus sind und ihre Situation sehe, lerne ich, mich nicht zu beklagen.

Wir haben viel Arbeit in der Pastoral und in der menschlichen Entwicklung geplant, jedoch wenig Geld um sie durch zu führen. Wir vertrauen auf die göttliche Vorsehung und Solidarität der Menschen. Comboni sagte: „Wir brauchen Mut für die Gegenwart und noch viel mehr für die Zukunft“. Ich sehe, dass Comboni uns von oben Kraft gibt.

Ich wünsche allen einen guten Advent! Lebt mit Gott und lasst wieder einmal von Euch hören!

Pater Raimundo Nonato