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Zum Thema „Südsudan ist unabhängig“ ein Beitrag vom 11.07.2011:

Kommt die Scharia auch für Christen im Norden?

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan

Der Südsudan ist unabhängig, weltweit wurde die Geburt dieses neuen Staates begrüßt. Experten warnen aber vor negativen Folgen für die Christen im muslimisch geprägten Nordsudan.

Für die Christen im Nordsudan bedeutet dies – bei aller Freude - wahrscheinlich nichts Gutes. Man kann das daran festmachen, dass der Präsident des Nordsudan, Omar Bashir bereits im Dezember 2010 erklärt hat, dass man – wenn die Unabhängigkeit kommen wird, und das war damals noch nicht klar – keine Rücksicht mehr nehmen müsse auf andere Volksgruppen und Religionen. Die Scharia könne so durchgesetzt werden, wie man sie verstehe, ohne auf internationale Beziehungen Rücksicht nehmen zu müssen.

Im Südsudan gibt es dagegen mehr Christen und Anhänger von Naturreligionen. Die Christen im islamisch geprägten Nordsudan sind meist Arbeitsmigranten aus dem Süden und waren als solche geduldet. Sie hatten in Khartum sogar eine gewisse Freiheit, ihren Glauben zu leben. Es gibt in Khartum durchaus große Kirchen. Inzwischen sind aber 75 Prozent der katholischen Christen in den Süden geflohen. So ist nun eine große Wanderungsbewegung in den Süden in die neue Republik Südsudan zu verzeichnen.

Die Christen im Norden haben nach der oben angeführten Aussage von Präsident Bashir berechtigte Sorge, dass jetzt nach der Unabhängigkeit des Südens die Scharia im Nordsudan für alle durchgesetzt wird.

In der islamischen Kultur bezeichnet die Scharia das Gesetz in seiner weitesten Form, d.h. die Gesamtheit der religiösen, moralischen, sozialen und rechtlichen Normen, welche im Koran und der prophetischen Tradition beinhaltet sind. Die Scharia ist für den Muslim Wegweisung auf dem Pfad zu Gott. Das fünfmalige tägliche Gebet und das Fasten im Ramadan, sind allerdings nur für Muslime obligatorisch. Wenn nun aber durch die Unabhängigkeit des Südsudan eine Abwanderung in den Süden begonnen hat, könnte ein mehr oder weniger rein muslimischer Staat im Nordsudan deklariert werden. So könnten schließlich Christen wie Muslime behandelt werden. Siehe das obige Zitat von Omar al-Bashir*

* Dieser Abschnitt wurde von Pater Schneider hinzugefügt

Radio Vatikan sowie
Pater Anton Schneider
10.07.2011