T-Shirt-Botschaft
„Gemeinsam für ein besseres Südafrika und für eine bessere Welt.“ Auch in Südafrika gibt es Menschen, die sich dafür einsetzen. Sie gilt es zu unterstützen.
Br. Erich Stöferle
Bruder Erich Stöferle. Hier eine Aufnahme aus der Zeit in Gilgil, Kenia, vor 15 Jahren.

Bruder Erich Stöferle aus Südafrika

Das Provinzialat: Anlaufstelle für Flüchtlinge

Bruder Erich Stöferle aus Ringingen bei Ulm ist nach 17 Jahren Tätigkeit an der Polytechnik in Kenia und einem Aufenthalt in Deutschland inzwischen seit zehn Jahren in Südafrika. Er ist Verwalter der Südafrikanischen Provinz. Aber er sitzt beileibe nicht nur am Schreibtisch.

Unsere Hausgemeinschaft in Johannesburg ist auch Anlaufstelle für Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Ländern. Dabei handelt es sich zwar vornehmlich um junge Leute, aber auch um verheiratete Personen und junge Familien. Es sind ja unglaublich viele Leute aus anderen afrikanischen Staaten hier im Land. Nicht alle werden in ihrer Heimat politisch verfolgt. Die meisten suchen einfach bessere Lebenschancen im „Gelobten Land“.

Da es für diese Menschen keine Unterstützung vom Staat gibt, haben viele von ihnen ein sehr hartes Leben, besonders die Neuankömmlinge. Man stelle sich vor: Wenn schon die Einheimischen nur schwer einen Arbeitsplatz finden, um wie viel schwieriger ist es für die Ausländer. Die Wirtschaftskrise, in die uns die geldgierigen Finanzleute mit ihren Spekulationsgeschäften gebracht haben, macht die Lage noch schlimmer. Wir helfen, so gut wir können.

Dank eurer Hilfe konnten wir auch wieder einigen jungen Leuten helfen, um eine Weiterbildung zu machen. Es handelt sich meistens um kurze Kurse von einem oder ein paar Monaten Dauer, um Grundkenntnisse zu erwerben, zum Beispiel für die Arbeit als Schreiner, als Sekretärin, Friseurin, Köchin oder am Computer. Wir hoffen, dass wir auch künftig in ähnlicher Weise helfen können.

Vor einiger Zeit machte ich mich auf den Weg nach Glen Cowie, ungefähr drei Autostunden von hier. Das ist eine unserer ältesten Missionsstationen hier im Land. Wir Comboni-Missionare sind schon über achtzig Jahre dort. Derzeit sind drei Patres dort. Pater Rafael Guitron und Pater Manuel Casillas aus Mexiko und Pater Jérôme Anakese aus dem Kongo-Kinshasa. Es ist eine sehr große Kirchengemeinde mit etwa 40 Außenstationen. Da die katholische Kirche in Südafrika nur etwa acht Prozent der Bevölkerung ausmacht, trifft man auf den Dörfern manchmal nur ein kleines Häufchen von Gläubigen an. Gerne bin ich mit den Patres auch in die Dörfer hinausgegangen. Da erlebt man eine andere Welt als hier in der Großstadt Johannesburg. Es war gerade zur Zeit der Ferien. Da trafen sich viele Familien. Oft arbeiten die Menschen ja weit weg von zu Hause in den Bergwerken oder in den Städten und können nicht jede Woche heimfahren.

An den neuen Fußballstadien wird fieberhaft gebaut. Die zuständigen Leute versichern, dass alles rechtzeitig fertig sein wird für die Fußball-WM 2010 in Südafrika.