Josefstal ­– Im früheren Comboni-Haus rührt sich was

Das ehemalige Comboni-Haus in Schleifhäusle – erste Heimat der Comboni-Missionare in Ellwangen – füllt sich nach dem Verkauf wieder mit Leben. Die neuen Besitzer haben auch die Kapelle sanieren lassen und dort kirchlich geheiratet. 

Immer wieder hört man die Frage, wie es denn mit dem alten Missionshaus Josefstal stehe. Wir Comboni-Missionare hatten ja jahrelang versucht, das Anwesen zu verkaufen, da unsererseits kein Bedarf mehr für das Haus gegeben war.
Tatsächlich haben sich neue Besitzer für das alte Missionshaus gefunden: Zuerst konnte das Gebäude 2003 an die Stadt Ellwangen veräußert werden. Man hatte damals über ein Vereinshaus für Schrezheim nachgedacht, was sich aber als unmöglich herausstellte. Das Ehepaar Stefanie und Marcus Lutz hat schließlich das Gebäude von der Stadt erworben.
Das Gebäude wird derzeit Schritt für Schritt saniert. Die Besitzer wohnen bereits mit Töchterchen Lili im Haus. Es ist geplant, im Haus Platz für weitere Wohnungen zu schaffen. Mittlerweile ist die alte Hauskapelle wunderschön hergerichtet. Dazu wurden etwa 240 Meter Blattgold ganz und gar unaufdringlich verwendet, der Steinboden wieder vom Teppichboden und dessen Klebstoffresten befreit sowie zwei Säulen als Stützen der Empore aufgestellt. Im März dieses Jahres konnte die Kapelle zum ersten Mal wieder als Sakralraum benutzt werden und zwar anlässlich der Trauung der beiden Besitzer.

Blick auf einen Teil der renovierten Kapelle des ehemaligen Comboni-Hauses.

Das alte Josefstal im Ortsteil Ellwangen-Schleifhäusle war im Jahr 1920 die erste Gründung der Comboni-Missionare in Deutschland. Von 1973 bis 1975 wurde jedoch auf der nahegelegenen Anhöhe ein neues „Missionshaus Josefstal“ gebaut. In den ersten Jahren nach dem Umzug ins neue Haus entstand im alten Josefstal eine blühende Jugendarbeit im Sinn von uns Comboni-Missionaren. Andererseits waren im neuen Haus entsprechende Räumlichkeiten für Gruppen vorhanden, so dass das alte Gebäude einige Jahre leer stand und dennoch Geld kostete.
Jetzt aber freut sich so mancher von uns, dass die Kapelle im alten Josefstal nicht zerstört, sondern Anfang dieses Jahres schöner denn je renoviert wurde.

Anton Schneider

2017-11-20T12:46:19+00:00